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Gerüchte sind flüchtig und nicht greifbar, dennoch können sie massiven Schaden anrichten und stellen so manchen PR-Fachmann vor große Herausforderungen. Das Referat findet am 18.03 im Rahmen der LV PR2 statt.

Was ist ein Gerücht?

Der bekannte PR-Professor Klaus Merten beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit dem Phänomen Gerücht. Er definiert Gerüchte als eine ungesicherte Information aus einer ungesicherten Quelle. Laut Merten kann sich ein Gerücht auf drei verschiedene Dinge beziehen:
1.auf den Inhaltsaspekt
2.auf den Kommunikator
3.auf den Prozess fortgesetzter Kommunikation

Ein Gerücht ist eine Art kollektive Kommunikation, die an einem Ereignis und nicht an einer Person festgemacht wird.

Hans-Joachim Neubauer schreibt in seinem Buch „Fama – eine Geschichte des Gerüchts“:
„ […] was alle sagen, ist noch kein Gerücht, sondern das, von dem man sagt, dass es alle sagen. Gerüchte sind Zitate mit einer Lücke. Unbestimmt bleibt, wen sie zitieren; wer in ihnen spricht weiß niemand.“
Neubauer meint weiter, dass Gerüchte nicht notwendigerweise falsch sein müssen. Wer ein Gerücht weitererzählt, ist ein Teil des Gerüchts, ein Teil des „man“, in der Phrase „man sagt.“

Wie entsteht ein Gerücht?
Ein Gerücht entsteht, weil eine neu entstandene Situation definiert werden muss. Es fehlen die nötigen Informationen, um sich die neue Situation zu erklären. Das Gerücht füllt diese Lücke an Informationen und erklärt den Sachverhalt.
Gerüchte sind außerdem äußerst anpassungsfähig. Das Gerücht das in chinesischen Restaurants Rattenfleisch verkauft werde, ist in verschiedenen Regionen seit Jahren beliebt.

Wie verbreitet sich ein Gerücht?

Das Kommunikationssystem Gerücht ist eine Fata Morgana, der Urheber eines Gerüchts kann nicht ausfindig gemacht werden.
Schon Neil Postmann hat sich 1947 Gedanken über das Gerücht gemacht. Je mehr die eigene Lebenswelt bedroht ist, desto stärker wird das Gerücht angenommen, so seine Theorie. Der Besitz (scheinbar) relevanter Informationen wirkt sich außerdem statuserhöhend aus und erleichtert die Verbreitung weiter.
Gerüchte können Jahrzehnte lang brachliegen und dennoch ganz plötzlich wieder auftauchen. Es muss gelingen, das Gerücht in aktuelle Zusammenhänge zu verpacken, so erfährt das Gerücht einen erfolgreichen Relaunch.

Wie bekämpft man ein Gerücht?

Ein Gerücht ist fast gegen jeden Widerstand immun. Dementi helfen oft nur wenig, oder sind vollkommen wirkungslos. Außerdem führen Dementis dazu, dass noch mehr Menschen von dem Gerücht erfahren. Das Gerücht verliert durch ein Dementi nicht an Kraft. Für die Verbreiter des Gerüchts gibt es dann wiederum gute Gründe das Gerücht zu dementieren.

Will man ein Gerücht ganz ausrotten, ist es vor allem wichtig, dass der Sachverhalt ganz klar als falsch dargestellt werden kann. Das ist allerdings nur selten der Fall. Oft verschwinden Gerüchte nur dadurch, dass sie von neuen, spannenderen Gerüchten abgelöst werden.

Um gar nicht erst in die Situation zu kommen, Gerüchte dementieren zu müssen, ist es wichtig Gerüchten durch gezielte Information vorzubeugen.

Empfohlene Literatur:
Mast, Claudia: Kommunikationsform Gerücht. Stuttgard 2002.
Kapferer, Jean-Noel: Gerüchte. Das älteste Massenmedium der Welt. 1997.
Neubauer, Hans-Joachim: Fama. Eine Geschichte des Gerüchts. Berlin 1998.

Quellen:
Artikel spiegel online

Gerüchteklinik Münster


Artikel über Gerüchte

Filmbeitrag: GERÜCHTEküche


Und die Präsentation dieses Referats finden sie hier: GERÜCHTEküche.pdf (Hinweis: in die vorletzte schwarze Seite gehört das Video "Filmbeitrag: GERÜCHTEküche").




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Neubac Dani's Senf dazu 0 Mar 18 2009, 7:16 AM EDT by Neubac
Thread started: Mar 18 2009, 7:16 AM EDT  Watch
In dem verlinkten Artikel ist zu lesen: "Gerüchte sind eigentlich das älteste Massenmedium."(http://www.rhetorik.ch/Geruecht/Geruecht.html) Dem kann ich nicht zustimmen. Definiere ich ein Medium als etwas Vermittelndes, so ist ein Gerücht viel eher die Botschaft an sich oder die Wirkung des Vermittlungsprozesses.
Beispiel: Entweder erzählt mir jemand, er hätte gehört, Jörg H. wäre ermordet worden oder es gibt ein Problem beim Kommunikationsprozess und ich habe den Kommunikator (entschuldigt mein "Fachgesimple") einfach nicht verstanden.

Damit komm ich zum nächsten Punkt: Wie entsteht ein Gerücht?

Es ist nicht immer nur eine Quelle, die ein Gerücht verbreitet. Es kann genauso gut der Code SChuld sein. Wird die Botschaft vom Leser nicht oder falsch verstanden, entsteht ein Gerücht, obwohl der Leser davon ausgeht, dass die Info gesichert ist.
Ein Gerücht kann aber auch durch Assoziation oder Verbindung von verschiedenen Informationen aus verschiedenen Quellen entstehen. Die Infos können alle gesichert sein - der Zusammenhang macht dann das Gerücht.

Andere Fragen: Welche Rolle spielt die Quelle/ spielen die Quellen bei einem Gerücht? Ab wann spricht man von der Eigendynamik eines Gerüchts, ab wann hat die Quelle keinen Einfluss mehr, weil sich die Info von der Quelle losreißt..?
Wo entstehen Gerüchte? Dort wo es ungeklärte Fragen gibt? Dort, wo Unglauben herrscht, dort, wo die Emotionen sind? Braucht man für Gerüchte immer Emotionen?
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GERDA007 Feedback von Gerda und Maresa (Referat nicht gesehen/gehört) 0 Mar 18 2009, 7:08 AM EDT by GERDA007
Thread started: Mar 18 2009, 7:08 AM EDT  Watch
Du schreibst/zitierst:
Ein Gerücht ist eine Art kollektive Kommunikation, die an einem Ereignis und nicht an einer Person festgemacht wird.“

Wir finden:
Ereignisse haben fast immer mit Personen zu tun; man kann das nicht voneinander trennen.

Du schreibst/zitierst:
„ […] was alle sagen, ist noch kein Gerücht, sondern das, von dem man sagt, dass es alle sagen.
Gerüchte sind Zitate mit einer Lücke. Unbestimmt bleibt, wen sie zitieren; wer in ihnen spricht weiß niemand.“

Wir finden:
„Was alle sagen“ können auch Zitate mit Lücke sein; daher sind Gerüchte nicht nur das, von dem man sagt, dass es alle sagen, sondern auch das, was die Leute sagen/sich erzählen.

Du schreibst/zitierst:
Je mehr die eigene Lebenswelt bedroht ist, desto stärker wird das Gerücht angenommen, so seine Theorie.

Wir finden:
Zu unklar formuliert; was ist bedroht, worin besteht die Bedrohung? Beispiele fehlen!

Du schreibst/zitierst:
Ein Gerücht ist fast gegen jeden Widerstand immun. Dementi helfen oft nur wenig, oder sind vollkommen wirkungslos. Außerdem führen Dementis dazu, dass noch mehr Menschen von dem Gerücht erfahren. Das Gerücht verliert durch ein Dementi nicht an Kraft. Für die Verbreiter des Gerüchts gibt es dann wiederum gute Gründe das Gerücht zu dementieren.
Will man ein Gerücht ganz ausrotten, ist es vor allem wichtig, dass der Sachverhalt ganz klar als falsch dargestellt werden kann. Das ist allerdings nur selten der Fall. Oft verschwinden Gerüchte nur dadurch, dass sie von neuen, spannenderen Gerüchten abgelöst werden.

Wir finden:
Meist steht ein Dementi nicht allein, sondern mit einer Erklärung.

Sonstiges:
Folie 8: Bsp. fehlen, zu unklar formuliert

Gerücht als Inhalt von Kommunikation (entsteht aus dem Bedürfnis zu kommunizieren) Bsp.: Prominente Personen

Folie 12: Gerücht ist kein Massenmedium, sondern deren Inhalt


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clemensticar Fragen 0 Mar 18 2009, 7:04 AM EDT by clemensticar
Thread started: Mar 18 2009, 7:04 AM EDT  Watch
Fragen von Clemens Ticar und Thomas Pokorn
Hier gibt es dir Präsentation mit unseren Fragen: http://www.slideshare.net/secret/L1RHpgPCjcvv89
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